EINF-Anforderungen

EINF-Berichtspflichten: der vollständige Offenlegungsleitfaden

Dcycle Team · · 8 Min. Lesezeit
EINF-Berichtspflichten: der vollständige Offenlegungsleitfaden

Photo by Kelly Sikkema on Unsplash

Die EINF-Berichtspflichten ergeben sich aus dem spanischen Gesetz 11/2018. Es verlangt von berichtspflichtigen Unternehmen strukturierte Angaben zu fünf Säulen: Umweltbelange, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Diversität. Jede Säule verbindet quantitative Daten (Kennzahlen und KPIs) mit qualitativen Beschreibungen (Konzepte, Risiken und Sorgfaltsprozesse), und ein unabhängiger Prüfer kontrolliert beides.

Dieser Leitfaden zeigt, was Sie je Säule berichten müssen, welches Team üblicherweise zuständig ist und wo Unternehmen am häufigsten Lücken haben. Wenn Sie noch nicht sicher sind, ob Ihr Unternehmen berichtspflichtig ist, lesen Sie zuerst wer einen EINF-Bericht einreichen muss.

So lesen Sie jede Säule

Für jede Säule erwartet der EINF drei Ebenen:

  • Konzepte: wozu sich das Unternehmen verpflichtet hat und wie es das Thema steuert.
  • Risiken: die wesentlichen Risiken des Themas und wie sie gemindert werden.
  • Ergebnisse: Kennzahlen und Resultate, idealerweise mit Vorjahresvergleich.

Eine typische Schwäche: Konzepte werden beschrieben, Zahlen fehlen. “Wir haben eine Diversitätsrichtlinie” reicht nicht; der Prüfer sucht nach den Zahlen, die zeigen, was die Richtlinie bewirkt hat.

1. Umweltbelange

Dies ist in der Regel die datenintensivste Säule.

  • Treibhausgasemissionen: Scope 1 (direkt), Scope 2 (indirekt aus zugekaufter Energie) und, soweit wesentlich, Scope 3 (Wertschöpfungskette).
  • Energieverbrauch: Gesamtverbrauch in MWh oder GJ, Aufschlüsselung nach Quelle (Strom, Gas, Diesel, erneuerbare Energien) und Energieeffizienzmaßnahmen.
  • Wasserverbrauch: Gesamtverbrauch, Bezugsquellen und Abwassereinleitungen.
  • Umweltverschmutzung: Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Luft-, Wasser- und Bodenverschmutzung.
  • Kreislaufwirtschaft: Abfälle nach Art (gefährlich und nicht gefährlich), Recyclingquoten und Initiativen zur Abfallvermeidung.
  • Biodiversität: Auswirkungen auf Schutzgebiete und Schutzmaßnahmen.
  • Klimawandel: Risiken, Anpassungsmaßnahmen und Ziele zur Emissionsminderung.

Geben Sie außerdem die Methodik jeder Berechnung an, etwa das GHG Protocol für Emissionen. Zuständig: Betrieb, Facility Management und Einkauf, konsolidiert durch das Nachhaltigkeitsteam. Nachweise: Energie- und Kraftstoffrechnungen, Zählerstände, Entsorgungsnachweise und Wasserrechnungen. Unser Leitfaden zur EINF-Umweltberichterstattung vertieft diese Säule.

2. Sozial- und Arbeitnehmerbelange

  • Beschäftigung: Belegschaft nach Geschlecht, Alter und Land; Vertragsarten (unbefristet, befristet, Teilzeit); Fluktuation und Neueinstellungen.
  • Arbeitsorganisation: Arbeitszeiten, flexible Arbeitsmodelle, Regelungen zur Nichterreichbarkeit und Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben.
  • Gesundheit und Sicherheit: Häufigkeits- und Schwerequoten von Arbeitsunfällen, Berufskrankheiten und Präventionsmaßnahmen.
  • Sozialer Dialog: tarifvertragliche Abdeckung, Arbeitnehmervertretung und Konsultationsverfahren.
  • Weiterbildung: Schulungsstunden gesamt, durchschnittliche Stunden pro Beschäftigtem und Programme zur beruflichen Entwicklung.
  • Barrierefreiheit: Maßnahmen für Menschen mit Behinderungen und Initiativen zur universellen Barrierefreiheit.
  • Entgeltgleichheit: Vergütung nach Geschlecht und Berufsgruppe sowie Analyse des Lohngefälles.

Zuständig: Personal, Lohnbuchhaltung und Arbeitsschutz. Nachweise: Exporte aus dem HR-System, Lohndaten, Unfallregister und Schulungsnachweise. Das Hauptrisiko ist die Konsistenz: Die Beschäftigtenzahl im EINF muss sich mit den Angaben im Jahresabschluss erklären lassen.

3. Menschenrechte

  • Sorgfaltspflicht: menschenrechtliche Risikobewertung, intern und entlang der Wertschöpfungskette.
  • Risikovorbeugung: Maßnahmen zur Vermeidung und Minderung von Menschenrechtsverletzungen.
  • Beschwerdemechanismen: Beschwerde- und Hinweisgeberkanäle mit gemeldeten und gelösten Fällen.
  • Überwachung der Lieferkette: Menschenrechtskriterien bei Auswahl und Kontrolle von Lieferanten.

Zuständig: Compliance, Einkauf und Personal. Nachweise: Risikobewertungen, Lieferantenfragebögen oder Verhaltenskodizes und das Fallregister des Hinweisgeberkanals.

4. Bekämpfung von Korruption und Bestechung

  • Richtlinien: Antikorruptions- und Antibestechungsrichtlinien sowie der Verhaltenskodex.
  • Compliance-Programme: Schulungen, Risikobewertungen und interne Kontrollen.
  • Hinweisgebersystem: Kanäle zur Meldung von Unregelmäßigkeiten und Schutz der Hinweisgeber.
  • Ergebnisse: bestätigte Vorfälle, Gerichtsverfahren und verhängte Sanktionen.
  • Politische Zuwendungen: Spenden und Lobbyaktivitäten, sofern zutreffend.

Zuständig: Compliance und Rechtsabteilung. Nachweise: genehmigte Richtlinien, Schulungsteilnahmen, Vorfallregister und Sitzungsprotokolle des Leitungsorgans. In unserem Leitfaden zu EINF-Governance und Antikorruption erfahren Sie, was Sie offenlegen müssen.

5. Diversität

  • Zusammensetzung des Leitungsorgans: Geschlecht, Altersgruppe, beruflicher Hintergrund und Nationalität der Mitglieder.
  • Diversitätskonzept: Ziele, Umsetzungsmaßnahmen und Fortschritte.
  • Lohngefälle: Vergütungsunterschiede nach Geschlecht und Berufsgruppe.
  • Inklusionsmaßnahmen: Konzepte zur Förderung von Vielfalt über das Leitungsorgan hinaus.

Zuständig: Gesellschaftssekretariat, Personal und das Leitungsorgan selbst. Nachweise: Unterlagen zur Zusammensetzung des Gremiums, das Diversitätskonzept und Vergütungsdaten.

Worauf Prüfer achten

Der EINF muss von einem unabhängigen Prüfungsdienstleister verifiziert werden, derzeit mit begrenzter Prüfungssicherheit (limited assurance). Das ist weniger streng als eine Abschlussprüfung, erfordert aber dennoch umfangreiche Nachweise. Prüfer konzentrieren sich auf:

  • Vollständigkeit: Sind alle fünf Säulen und die Pflichtangaben abgedeckt?
  • Richtigkeit: Stimmen die Zahlen mit den Quelldokumenten überein, und wurden die Methoden korrekt angewendet?
  • Konsistenz: Passen die Zahlen abschnittsübergreifend und zum Jahresabschluss?
  • Rechtskonformität: Erfüllt der Bericht die Anforderungen des Gesetzes 11/2018?

In der Praxis muss jeder Datenpunkt auf ein Quelldokument zurückführbar sein, etwa eine Rechnung, einen Zählerstand oder einen HR-Datensatz. Unser Leitfaden zur EINF-Prüfungsvorbereitung erklärt, wie Sie diese Nachweise zusammenstellen.

Häufige Fehler

  1. Konzepte ohne Ergebnisse. Der EINF braucht Resultate und Kennzahlen, nicht nur Beschreibungen.
  2. Uneinheitlicher Berichtsumfang. Jede Gesellschaft innerhalb der Berichtsgrenze muss in allen fünf Säulen abgedeckt sein.
  3. Fehlende Nachweise. Quelldokumente nachträglich zu beschaffen ist langsam und fehleranfällig.
  4. Keine Methodik. Geben Sie an, wie jede Zahl berechnet wurde, vor allem bei Emissionen.
  5. Kein Vergleich. Prüfer erwarten Trenddaten. Im ersten Jahr sollten Sie das offen sagen und Vergleiche ab dem zweiten Jahr einplanen.
  6. Scope 3 ignorieren. Nicht immer verpflichtend, aber Emissionen der Wertschöpfungskette werden zunehmend erwartet.

Checkliste für die Offenlegung

  • Berichtsgrenze festgelegt und auf alle fünf Säulen angewendet
  • Für jede Säule und jeden Datenpunkt eine verantwortliche Person benannt
  • Umweltdaten mit angegebener Methodik und Quelldokumenten
  • Sozialdaten mit HR- und Lohndaten abgeglichen
  • Konzepte, Risiken und Ergebnisse zu Menschenrechten und Antikorruption dokumentiert
  • Daten zur Zusammensetzung des Leitungsorgans und zum Lohngefälle bereit
  • Vorjahresvergleich enthalten oder Erstberichterstattung vermerkt
  • Nachweise mit jeder Zahl verknüpft, bevor die Prüfung beginnt

Wie Dcycle hilft

In Dcycle sind alle EINF-Anforderungen der fünf Säulen vorkonfiguriert, sodass Sie sehen, welche Datenpunkte vollständig sind, welche fehlen und wer zuständig ist. Die automatisierte Datenerfassung liest Rechnungen, ERP-Exporte und Tabellen und ordnet sie der richtigen Anforderung zu, und die Nachweis-Rückverfolgbarkeit hält jede Zahl mit Quelldokument, Berechnung und Freigabe verknüpft. Die für den EINF erhobenen Daten fließen außerdem in CO2-Bilanzen, CSRD- oder GRI-basierte Projekte ein. Fordern Sie eine Demo an, um es mit Ihren eigenen Daten zu sehen.

Häufig gestellte Fragen (FAQs)

Was sind die fünf Säulen des EINF?

Umweltbelange, Sozial- und Arbeitnehmerbelange, Menschenrechte, Bekämpfung von Korruption und Bestechung sowie Diversität. Jede Säule verlangt Konzepte, Risiken und Ergebnisse und verbindet qualitative Beschreibungen mit quantitativen Kennzahlen.

Ist Scope 3 im EINF verpflichtend?

Scope-1- und Scope-2-Emissionen werden erwartet. Scope 3 wird berichtet, soweit es wesentlich ist. Es ist nicht immer verpflichtend, doch Prüfer und Stakeholder erwarten zunehmend Emissionen der Wertschöpfungskette wie Geschäftsreisen, Pendelverkehr und eingekaufte Waren.

Schreibt der EINF einen bestimmten Berichtsstandard vor?

Das Gesetz 11/2018 schreibt keinen einzelnen verbindlichen Standard vor, Sie müssen aber die Methodik hinter jeder Zahl angeben. Viele Unternehmen nutzen GRI als Referenzrahmen und das GHG Protocol für Emissionen.

Welche Prüfungssicherheit gilt für den EINF?

Der EINF wird von einem unabhängigen Prüfungsdienstleister mit begrenzter Prüfungssicherheit verifiziert. Das ist weniger streng als eine Abschlussprüfung, doch jede Zahl braucht weiterhin ein Quelldokument und eine nachvollziehbare Methodik.

Verwandte Artikel

EINFComplianceBerichterstattung
30-minütige Demo

Sehen Sie es mit Ihren eigenen Daten.

Dreißig Minuten mit unserem Team. Wir zeigen Ihnen, wie Ihre Daten hereinkommen und was dabei herauskommt.

Demo anfordern
  • Unverbindlich
  • Mit Ihren Daten
  • In Ihrer Sprache

So läuft Ihre Session ab

  1. 01 Sie erzählen uns, was man von Ihnen verlangtKunden, Prüfer oder Banken: welche Daten und bis wann. 0–5 Min.
  2. 02 Wir zeigen, wie Ihre Daten einfließenRechnungen, ERP, Lieferanten: an einem Beispiel wie Ihrem. 5–20 Min.
  3. 03 Sie gehen mit einem PlanWas Sie zuerst automatisieren und wie viel Zeit Sie sparen. 20–30 Min.
Mit jemandem aus dem Team, der Sie danach begleitet