Scope-2-Emissionen
Scope-2-Emissionen sind indirekte Treibhausgasemissionen, die bei der Erzeugung von zugekauftem Strom, Dampf, Wärme und Kälte entstehen, die ein Unternehmen verbraucht. Obwohl die Emissionen physisch am Standort der Energieerzeugung anfallen, werden sie dem Unternehmen zugerechnet, da dessen Energienachfrage die Produktion antreibt.
Das GHG Protocol definiert zwei Bilanzierungsmethoden für Scope 2:
- Standortbasierte Methode (Location-based): Verwendet durchschnittliche Netz-Emissionsfaktoren für die Region, in der der Strom verbraucht wird. Diese Methode bildet die tatsächliche Emissionsintensität des lokalen Stromnetzes ab.
- Marktbasierte Methode (Market-based): Verwendet Emissionsfaktoren aus vertraglichen Instrumenten wie Herkunftsnachweisen (Guarantees of Origin), Stromlieferverträgen (PPAs) oder anbieterspezifischen Emissionsraten.
Im Rahmen der CSRD und ESRS E1 müssen Unternehmen Scope-2-Emissionen nach beiden Methoden berichten. So erhalten Stakeholder ein vollständiges Bild des strombezogenen CO₂-Fußabdrucks.
Gängige Strategien zur Reduktion von Scope-2-Emissionen umfassen:
- Beschaffung erneuerbarer Energie: Abschluss von PPAs oder Bezug von Grünstromtarifen
- Energieeffizienzmaßnahmen: Modernisierung von Beleuchtung, Klimatechnik und Gebäudedämmung
- Eigenerzeugung: Installation von Solaranlagen oder anderen erneuerbaren Energiesystemen
- Elektrifizierung: Umstellung von Prozessen von fossilen Brennstoffen (Scope 1) auf Strom und anschließende Umstellung der Stromversorgung auf erneuerbare Quellen
Für viele bürobasierte und dienstleistungsorientierte Unternehmen ist Scope 2 die bedeutendste und am unmittelbarsten beeinflussbare Emissionskategorie. Sie bietet einen klaren Reduktionspfad durch Entscheidungen bei der Energiebeschaffung.
Die Plattform von Dcycle integriert sich automatisch mit Energieversorgern, um sowohl standort- als auch marktbasierte Scope-2-Werte zu berechnen.